GESCHICHTE

Inhaltsverzeichnis:

· Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Trittau
· Brandschutz in Trittau vor der Gründung der Wehr
· Der Stiftungstag
· Die Ausrüstung damals
· Die Finanzierung in den Anfangsjahren
· 1901 - Krisenjahr der Wehr
· Der Aufbau der Wehr
· Das alte Spritzenhaus
· Der "Feuersfinder" - neue Ausrüstung für die Wehr 1904
· Der Nachtwächter - auch Feuerwächter
· 1903 - Prämien für schnelle Pferde
· Feuerwehrverbandstage 1894 und 1905 in Trittau
· Feste feiern
· Die Wehr während des Ersten Weltkrieges 1914-1918
· 1920 - Mitgliederzuwachs und Jugendabteilung
· Die Alarmierung - das Telefon hält Einzug
· Mitte der 1920er Jahre - Inflation uns Konsolidierung
· Die erste Motorspritze 1928
· Die Wehr im Nationalsozialismus 1933 - 1945
· Neuanfang 1945
· Neues Gerätehaus 1948 - 1949
· 1949 - ein besonderes Jahr
· Die Alarmierung in den 1950ern

· Kreisfeuerwehrverbandstag 1951 in Trittau
· Neue Sirenen für Trittau
· Das erste Tanklöschfahrzeug - der "Rundhauber" (1958)
· Die Wehr in den 1960ern
· Platzkonzert beim Oberst
· Burgkrug Hinsch - das Vereinslokal
· 1968er...
· Wehrführer Hans Albrecht (1968) u. Kurt Behrend (1971)
· Verbesserung der Ausrüstung
· Gründung der Jugendwehr 1976
· Das neue Gerätehaus
· 1981 - 100 jähriges Jubiläum
· Die 80er, das erste Jahrzehnt nach dem großen Jubiläum
· Die 90er Jahre, der Beginn der "Moderne"
· Das neue Jahrtausend - die Modernisierung schreitet voran
· Ausblick auf die nächsten Jahre und Jahrzehnte
· Die Wehrführer der FF Trittau von 1881 bis heute

 

Die Geschichte der FF Trittau – das erste Jahrhundert

von Oliver Mesch, Archivar der Gemeinde und des Amtes Trittau


Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Trittau

Als die Freiwillige Feuerwehr Trittau im Jahr 1881 gegründet wurde, gehörte sie zu einer der ersten freiwilligen Wehren des Kreises Stormarn. Nur in acht anderen Orten des Kreises, alle übrigens ausnahmslos Städte oder größere Flecken, gab es zu diesem Zeitpunkt bereits eine Freiwillige Feuerwehr. Damit rangierte das damals 1.200 Einwohner zählende Trittau an der Spitze des freiwilligen Feuerlöschwesens in Stormarn.

Glaubt man der Überlieferung, war es vor allem der heiße Sommer, der zur Gründung der Wehr veranlasste. Leider ist das Protokollbuch der Gründungszeit verschollen, so dass vieles aus diesen Jahren im Dunkeln verborgen bleibt. Aber schon vor Beginn des Sommers muss die Gründung der Feuerwehr geplant worden sein. Als im Mai 1881 nämlich die Gemeindevertretung Trittaus zusammentritt, wird beschlossen, der „zu bildenden Feuerwehr die beiden Spritzen B und C zur Bedienung zu überweisen.“ Außerdem wolle man der Freiwilligen Feuerwehr, so die Gemeindevertretung, eine Anleihe über 400 Reichmark verzinst zu 4% gewähren.

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Brandschutz in Trittau vor der Gründung der Wehr

Feuer war und ist eine große Gefahr. Auf einen Schlag kann es Hab und Gut zerstören und Leib und Leben vernichten. Deswegen ist auch der Brandschutz viel älter als die Freiwilligen Feuerwehren. Über Jahrhunderte war Brandschutz auf dem Lande eine Angelegenheit der Dorfgemeinschaft und Nachbarschaftshilfe. Brannte es, eilte das ganze Dorf zu Hilfe und half löschen. Im Jahr 1772 wurde in den Herzogtümern Schleswig und Holstein die erste Brandverordnung für Gebäude auf dem Lande erlassen.

Wie beschränkt die Mittel zur Brandbekämpfung damals waren, zeigt die darin enthaltene Vorschrift, dass in jedem Haus ein lederner Eimer für einen Löscheinsatz bereitzuhalten sei. Im Ernstfall bildete man eine Menschenkette, und beförderte das Wasser von Hand zu Hand an die Brandstelle. Auch die später aufkommenden ersten einfachen Handdruckspritzen mussten mit Hilfe der Eimerkette ununterbrochen nachgefüllt werden.

Schon in den 1870er Jahren hat es in Trittau eine Feuerspritze gegeben. Diese gehörte allerdings nicht der Gemeinde. Sie war, wie es hieß, eine „Staats-Spritze“ und wahrscheinlich von der Obrigkeit in Trittau stationiert worden. Als sie 1873 verkauft werden sollte, erwarb die Gemeinde die Spritze. Bedient wurde die Spritze von Bürgern der Gemeinde, die für diese Tätigkeit entlohnt wurden. 1874 stellte der Gemeindevorsteher Hinsch den Antrag „auf Erweiterung des besoldeten Spritzencorps. Die Versammlung beschloss mit 37 gegen 18 Stimmen, außer den 12 bezahlten Spritzenleuten 24 Mann zum Wasserlöschen anzustellen und nach dem Tarif zu bezahlen.“ Die Fuhrleute, die die Gespanne für die Spritze und die Wasserwagen stellten, wurden ebenfalls entlohnt. Sie erhielten 12 Pfennige pro Stunde, die ersten beiden Gespanne am Brandherd dazu eine Prämie.

So gab es also einen Brandschutz im Dorfe. Er funktionierte wahrscheinlich aber mehr schlecht als recht. Bedenkt man, dass die Bezahlung nach Löschstunden geregelt war, ist es durchaus vorstellbar, dass bei der Bekämpfung eines Brandes nicht gerade große Eile an den Tag gelegt wurde. Dies war ein Grundproblem besoldeter Brandwehren und so begann sich die Idee der freiwilligen Feuerwehren mehr und mehr durchzusetzen.

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Der Stiftungstag

1881 war es dann in Trittau soweit. Die Freiwillige Feuerwehr wurde gegründet. Der damalige Amtsrichter und spätere Oberlandesgerichtspräsident Grohte, gleichzeitig der erste Hauptmann der Wehr, ergriff die Initiative. Zusammen mit den Trittauer Bürgern Möller, Biehl, Lewinski, Meins und Franck gehörte er zu den Gründungsmitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Trittau.

Wann genau die Wehr ins Leben gerufen wurde, ist leider nicht überliefert. Hier macht sich das fehlende Protokollbuch besonders schmerzlich bemerkbar. In den Festschriften der Feuerwehr, die nach dem Zweiten Weltkrieg erstellt wurden, bleiben die Autoren deswegen auch immer unbestimmt und schreiben von einem „heißen Sommertage“, an dem die Wehr das Licht der Welt erblickte.

Gruppenbild1881

- Gruppenbild 1881 -

Aber lässt sich das Gründungsdatum vielleicht aus einer anderen Begebenheit ableiten? Als man sich 1931 nämlich daran machte, das 50jährige Jubiläum des Stiftungsfestes zu begehen, legte man es auf den 4. Oktober. Man tat dies, wie es hieß, „dem Stiftungstage entsprechend.“ Stimmt der Eintrag – und einiges spricht dafür, denn die Zeitgenossen 1931 waren zeitlich und von der Überlieferung her ja noch sehr viel näher dran – wäre die Freiwillige Feuerwehr Trittau am 4. Oktober 1881 gegründet worden! Dieser Tag war übrigens ein Dienstag.

Der erste größere Einsatz der Trittauer Wehr ist aus dem Jahr 1883 überliefert. Die nahe beieinander gelegenen Scheunen der Gastwirtschaft Hinsch am Mühlenteich und die der Wassermühle standen lichterloh in Flammen – und brannten bis auf die Grundmauern nieder. Die Wehr konnte nichts ausrichten.

Ihr standen nur die Spritzen zur Verfügung, die ihr von der Gemeinde überlassen wurden. Dabei handelte es sich um einfache Turnerspritzen.

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Die Ausrüstung damals

Die Ausrüstung, die der Freiwilligen Feuerwehr seinerzeit zur Verfügung stand, nahm sich verglichen mit derjenigen von heute bescheiden aus. Zwar hatte die Gemeinde schon vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr einiges in Sachen Brandschutz veranlasst, dies war jedoch nur rudimentär. So versah man 1870 die dörfliche Pferde­­tränke mit einem Steg „behufs Wasserfüllen bei Schadenfeuern.“ Außerdem veranlagte man jeden Hausbesitzer nach Brandkassenwert.

Ein Problem war es, die Brandstelle mit Löschwasser zu versorgen. So beschloss man 1875, „probeweise einige große alte Stückfässer für Rechnung der Gemeinde bei Gelegenheit zu kaufen, um festzustellen, ob nicht die Beschaffung solcher Fässer zur Ausrüstung der Feuerwehr sich empfehlen dürfte.“
Wahrscheinlich wurden diese Fässer dann auf die einfachen bäuerlichen Leiterwagen gestellt, um mittels dieses „Tankfahrzeuges“ das Löschwasser zum Einsatzort zu bringen.

Die „Polizeiverordnung betreffend das Feuerlöschwesen auf dem platten Lande“ schrieb vor, wie die Grundausrüstung auszusehen hatte. Dazu gehörten:

· „2 Feuerleitern von 4 Metern Länge
· 4 Dachleitern von je 2 ½ Metern Länge
· 6 Patschen (Löschbesen)
· 1 Harke
· 4 Halteharken
· 2 Laternen
· 1 Axt und eine Anzahl Nebelhörner zum Alarmieren


Die bestehende Verpflichtung der Privatpersonen zur Haltung von Feuerlöschgeräten bleibt unberührt.“
Außerdem war für jeden Führer und Steiger ein Helm vorgesehen, dazu erhielten die Steiger einen Gurt mit Karabinerhaken und eine Steigerleine.

Die Feuerlöschverordnung von 1886 schrieb aber nicht nur die Ausrüstung vor. Durch sie wurde die Unterhaltung einer Wehr in allen Gemeinden des Landes endgültig zur Pflicht erhoben.

In jedem Dorf musste eine so genannte Zwangswehr aufgestellt werden. Dort, wo es bereits Freiwillige Feuerwehren gab, waren diese Bestandteil der Zwangswehren. Erst wenn die Freiwilligen Feuerwehren eine festgelegte Mitglieder­zahl erreichten, entfiel die Pflicht zur Zwangswehr. In Trittau betrug diese Zahl 50 Mitglieder.

Feuerwehrmann auf Pferd

- Feuerwehrmann zu Roß, 1897 -

Um die Jahrhundertwende herum war die Trittauer Wehr davon noch weit entfernt. Sie zählte 1895
30 aktive und 41 passive Mitglieder. Noch 1914 empfahl der Sanitätsrat Dr. Herkt „eine rege Agitation zur Werbung neuer aktiver Mitglieder, damit die Zahl 50 erreicht würde. Dann wäre der Amtsvorsteher in der Lage, die Zwangswehr aufzugeben. Vermutlich müssten die Landleute und die besitzenden Klassen oder deren erwachsene Söhne, die doch das größte Interesse an der Feuerwehr haben, dieser beitreten. Der Gemeindevorsteher versprach, bei passen­der Gelegenheit den Gemeindediener mit einem Bogen, zwecks Werbung neuer passiver Mitglieder, herumzuschicken.“

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Die Finanzierung in den Anfangsjahren

Nicht ganz einfach war in den Anfangsjahren auch die Finanzierung der Freiwilligen Feuerwehr. Zwar kam die Gemeinde für die Unterhaltung der Gerätschaften und des Spritzenhauses auf, aber der Etat reichte bei weitem nicht aus, um eine schlagkräftige Wehr sicherzustellen. Im Haushaltsplan der Gemeinde Trittau für das Rechnungsjahr 1900 wurde für die Unterhaltung der Feuerlöschgerätschaften insgesamt 30 Mark veranschlagt. Der Gesamtetat der Gemeinde betrug 8560 Mark, die Finanzierung des Brandschutzes machte also nicht einmal 0,4 % des Etats aus.

Ansonsten finanzierte sich die Wehr aus Mitgliedsbeiträgen, Strafgeldern und Prämien, die die Brandkassen gelegentlich zahlten. So erhielt die Wehr 1914 anlässlich eines erfolgreich bekämpften Brandes – ironischerweise hatte es beim Feuerwehrhauptmann gebrannt – 25,– Mark von der Landesbrandkasse. Die aktiven Mitglieder waren von der Zahlung von Beiträgen ausgenommen, dafür mussten sie sich jedoch auf mindestens zwei Jahre zum Dienst verpflichten. Nur die passiven Mitglieder, die „Freunde der Wehr“, trugen zur Finanzierung der Wehr bei.

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1901 – Krisenjahr der Wehr

Um die Jahrhundertwende herum geriet die Freiwillige Feuerwehr Trittau in eine Finanzkrise. Die Jahresrechnung 1899 schloss mit einer Unterdeckung von 83,90 Mark, nachdem eine Rechnung des Schneidermeisters Meyer, wahrscheinlich für Uniformen, beglichen werden musste. Deshalb stellte die Feuerwehr einen Antrag auf Übernahme der Schulden an die Gemeinde. Anscheinend blieb dies ein fruchtloses Unterfangen. Denn auch im darauf folgenden Jahr schloss der Etat mit einer Unterdeckung. Wieder wandte man sich an die Gemeinde. Neben der Begleichung der Schulden forderte man außerdem einen Baukostenzuschuss von 400,– Mark. Wofür dieser Zuschuss verwandt werden sollte, ist nicht überliefert.

Ob die ungeordneten Finanzen der Grund für die akute Krise waren, in die die Freiwillige Feuerwehr Trittau dann im Herbst 1901 gerät, kann anhand der Akten nicht nachvollzogen werden. Am 17. 11. 1901 aber stand die Wehr kurz vor der Auflösung. Fast ein Drittel aller aktiven Mitglieder war ausgetreten, und so wurde an diesem Tage eine Versammlung einberufen.

„Der stellvertretende Hauptmann eröffnet die Versammlung. Derselbe macht, da 5 Vorstands- und 6 aktive Mitglieder aus der Wehr ausgeschieden sind und er selbst wegen Krankheit ausscheiden muss, die Anfrage: “Soll die Wehr aufgelöst werden oder soll dieselbe bestehen bleiben.” Im letzteren Falle muß zu einer ganz neuen Vorstandswahl geschritten werden. Da die Mitglieder wünschten, die Wehr möge sich nicht auflösen, wurde zur Wahl geschritten. Der stellvertretende Hauptmann Frank übernimmt bis zum 1. April die Leitung der Wehr. Witten wurde zum Spritzenführer gewählt und übernimmt die dienstlichen Angelegenheiten der Wehr.“

Die Auflösung der Freiwilligen Feuerwehr konnte so – zum Glück! – noch einmal verhindert werden.

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Der Aufbau der Wehr

Am 13. April des darauf folgenden Jahres fanden dann ordentliche Vorstandswahlen
statt. Christian Witten wurde zum neuen, wie es damals hieß, Hauptmann gewählt. Dies sollte er 30 Jahre lang, bis zum 22. Mai 1933, auch bleiben.

Die Satzung der Freiwilligen Feuerwehr aus dem Jahr 1904 gibt Aufschluss über die Organisation zur damaligen Zeit. Das aktive Korps gliederte sich demnach in Löschzüge. Zu einem vollständigen Löschzug gehörte jeweils eine Steigerabteilung, eine Spritzenabteilung eine Wasserzuführungsabteilung und „wenn möglich ein Trupp Ordnungsmänner.“
Mit der Disziplin der Bevölkerung bei Bränden war es wohl nicht weit her. Immer wieder wurde im Laufe der Jahre Klage darüber geführt, dass „Zivilper­sonen“ die Löscharbeiten behinderten. So forderte man vom Amtsvorsteher, bei Bränden Zivilisten von der Brandstelle auszuschließen.

Der Vorstand der Feuerwehr setzte sich aus dem Hauptmann, den Löschzugführern und den Abteilungsführern zusammen. Auch Schriftführer und Kassierer konnten dem Vorstand angehören.
Das aus zwei Feuerwehrführern und drei Feuerwehrleuten bestehende und von der Jahreshauptversammlung zu wählende Ehrengericht entschied über Strafen und Ausschluss aus der Wehr. Geldstrafen konnten bis zu einer Höhe von 6,– Mark ausgesprochen
werden. Das war für die damalige Zeit ein hoher Betrag.

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Das alte Spritzenhaus

Auch im Spritzenhaus gab es, selbst nach Einführung elektrischen Stroms in Trittau, lange Zeit kein Licht. Noch im Jahr 1919 wird aus der Jahreshauptversammlung der Wehr heraus angeregt, Kerzen für das Spritzenhaus anzuschaffen.

Genausowenig wie ein Bild dieses ersten Spritzenhauses existiert, ist der genaue Standort bekannt. Wahrscheinlich aber befand es sich neben bzw. gegenüber der Kirche. Ein Trittauer Auswanderer nach Brasilien beschreibt das Dorf um die Jahrhundertwende herum in einem Brief wie folgt: „dann Bauer Harders (Tanzsaal), Steenfath, Grothjohann (Joh. Scharnberg), gegenüber Glockenpfuhl, Spritzenhaus, Kirchhof und Kirche.“

Ein Trittauer Zeitzeuge erinnert sich hingegen, dass das alte Spritzenhaus in der Rausdorfer Straße gestanden habe, und zwar ein wenig näher zur Poststraße als das heutige Gerätehaus. Er weiß detailliert zu beschreiben, wie er als Junge, der auf dem Nachbargrundstück wohnte, durch die Latrine ins Haus geklettert sei und mit den Pickelhauben und der Spritze gespielt habe.

Es ist wahrscheinlich, dass beide Quellen Recht haben. Vermutlich existierte um die Jahrhundertwende ein Spritzenhaus an der Kirche. Dieses wurde später durch dasjenige an der Rausdorfer Straße ersetzt. Die Akten jedenfalls schweigen. Bis zum Neubau des (mittlerweile nun auch schon wieder alten) Gerätehauses 1949 war das alte Spritzenhaus in Funktion.

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Der „Feuersfinder“ – neue Ausrüstung für die Wehr 1904

Im Jahr 1904 erhielten Wehr und Ge­meinde neue Ausrüstungsgegenstände: die so genannten Feuersfinder. Im Protokollbuch heißt es: „Die Feuerfinder sollen von folgenden Punkten aufgestellt werden 1. bei der Oberförsterei, 2. auf der früheren Püngschen Koppel und 3. im Garten des [unleserlich], die Unkosten übernimmt die Gemeinde.”

Bei den „Feuersfindern“ handelte es sich um eine Erfindung des Stakendorfer Feuerwehrhauptmann Markus Lamp aus dem Jahr 1901. Lamp hatte sich Ge­danken gemacht, wie beim Ausbruch eines Feuers dessen Standort und Entfernung am besten zu bestimmen sein. Dazu entwickelte er einen Apparat der aus mehreren Blechscheiben bestand, auf denen ringförmig mehrere nummerierte Löcher und eine Visiervorrichtung angebracht waren. Entsprechende Löcher wurden auch in den „Situationsplan des Beobachtungsgebietes“ eingezeichnet. Die von mehreren Beobachtungspunkten ermittelten Richtungen wurden dann nach den Lochnummern abgeglichen und auf diese Weise der Ort des Feuers bestimmt. Hermann Lamp wurde auf der internationalen Ausstellung für Feuerschutz in Berlin für seinen Ermittlungsapparat ausgezeichnet.

Der Feuerfinder erübrigte sich bald durch den Ausbau des Fernsprechnetzes und ist heute im Feuerwehrmuseum Norderstedt zu betrachten.

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Der Nachtwächter- auch Feuerwächter

Eine wichtige Rolle bei der Entdeckung von Bränden spielte der Nachtwächter des Dorfes. Um die Jahrhundertwende hieß der Trittauer Nachtwächter Albert. Er hatte auf seinen nächtlichen Rundgängen auch darauf zu achten, dass nirgends ein Feuer ausbrach. Entdeckte der Nachtwächter ein Feuer, blies er kräftig in sein Signalhorn und alarmierte das Dorf. Bei einem heraufziehenden Gewitter pochte er warnend mit seinem hölzernen Stab an die Haustüren und Fensterläden der Dorfbewohner. Die Häuser waren fast ausschließlich mit Reet gedeckt und ein Blitzeinschlag konnte schnell verheerende Folgen haben.

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1903 – Prämien für schnelle Pferde

Wie aber gelangten die Spritzen samt Feuerwehrmännern zum Brandort? Während man sich heute wie selbstverständlich in die Fahrzeuge setzt und losfährt, waren die Zustände noch bis in die 1920er Jahre hinein weitaus beschwerlicher: Pferde mussten geholt, gezäumt und angespannt werden.

Da die Feuerwehr keine eigenen Pferde besaß, wurden alle Pferdebesitzer im Ernstfall verpflichtet, Pferde für den Vorspann zu stellen. Dies schrieb die Feuerlöschordnung zwingend vor. Doch mit der Disziplin der Gespannhalter war es häufig nicht weit her. Kein Wunder, bedeutete Vorspann für die Feuerwehr zu leisten doch eine Unterbrechung der Arbeit auf dem Felde. Da reizte auch die karge Entlohnung für den Vorspann wenig.

Branduebung

- Brandübung -

Um die Motivation der Pferdehalter zu verbessern, beschloss die Feuerwehr, Prämien für das schnelle Gestellen der Pferde auszuloben. „Betreffs Prämierung der ersten Pferde bei Feueralarm wird be­­schlossen: Wenn unsere Spritze die erste der auswärtigen Spritzen auf dem Brandplatze ist, erhält der Pferdebesitzer eine Prämie von 5 Mark. Ferner bleibt es der Generalversammlung überlassen, für gutes Fahren, auch wenn die Spritze nicht die erste der auswärtigen auf dem Brandplatze ist, eine Prämie auszusetzen.“

Langfristig nutzte auch die Prämien­lös­ung nichts. Noch im Jahr 1920 wurde sich beklagt, dass anlässlich eines Großfeuers in Rausdorf die Trittauer Kameraden zwar alle schnell am Spritzenhaus waren, dann jedoch nicht ausrücken kon­nten, weil kein Pferd zur Verfügung stand.

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Feuerwehrverbandstage 1894 und 1905 in Trittau

Dreizehn Jahre nach Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Trittau fand 1894 der erste Kreisfeuerwehrverbandstag in Trittau statt. Der Kreisfeuerwehrverband bestand seinerzeit aus 61 Wehren. Leider sind aus dieser Zeit keine Nachrichten erhalten.

Doch schon im Jahr 1905 wurde Trittau erneut zum Ausrichter des Verbands­tages auserkoren. Als größerer Erholungs­ort, in dem es zu dieser Zeit mindestens sechs größere Gastwirtschaften mit Saal gab, bot sich Trittau auch geradezu an.

Für Feuerwehr und Ge­meinde war der Verbandstag ein großes Ereignis, dem eine intensive Vorbereitung vorausging. Beginnen sollte der Tag morgens ab 9 Uhr mit dem Empfang der
auswärtigen Gäste in Pielks Gasthof (heute ist dort der Penny-Markt untergebracht). Nach der offiziellen Begrüßung um 10.30 Uhr bei Horstmann (das spätere „Hotel zur Post“, heute das Gebäude Kloppenburg). Um 14.30 Uhr traten die Wehren zur Übung auf dem Marktplatz an, ab 18 Uhr spielte die Musik in den Lokalen von Horstmann, Pielk, Eggers (gegenüber des Marktplatzes) und Hinsch (am Mühlenteich) zum Tanz auf.

Für die Feuerwehr war der Verbandstag 1905 ein voller Erfolg. Der Hauptmann berichtete: „Der Kreisfeuerwehrtag ist in jeder Hinsicht gut verlaufen und ergiebt sich ein Überschuß von 376,43 M.“ Für die finanzschwache Wehr war das eine mehr als veritable Finanzspritze. Nur ein kleiner Wermutstropfen trübte die Stimmung – man bemängelte, dass die Straßen des Ortes nicht geschmückt gewesen seien. Dies wäre einige Jahre später bei einem derartig großen Ereignis wie dem Verbandstag eigentlich undenkbar gewesen. Im Jahr 1905 aber zeugt es davon, dass die junge Wehr noch nicht so in das Leben des Dorfes integriert war, wie sie es heute ist.

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Feste feiern

Die Jahre bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges waren verhältnismäßig ruhige Jahre für die Trittauer Wehr. In dieser Zeit spielte neben den Übungen und Einsätzen natürlich auch das Feiern von Festen eine Rolle im Leben der Wehr - wie das Ausrichten von Feiern überhaupt ein unverrückbarer und wichtiger Teil des Feuerwehrlebens ist.

So wird noch heute im Januar eines jeden Jahres ein großes Eisbeinessen der Feuerwehr veranstaltet. Damit knüpft die Wehr an eine Tradition an, die im Januar 1902 begründet wurde. Damals feierte man erstmals einen „großen Biercommers aus Anlaß des Kaisergeburtstages.“

Ein weiteres wichtiges Fest im Verlaufe des Jahres ist das Stiftungsfest. Meist war es im Oktober eines jeden Jahres soweit. Zunächst hielt man eine große Übung ab, danach ging das große Stiftungsfest über die Bühne. Man tanzte zur Musik, die, bis der Musikzug diese Aufgabe übernahm, durch den Musikanten Möller und seine Truppe übernommen wurde, und vergnügte sich. 1906 beschloss die Jahreshauptversammlung, das Stiftungsfest „etwas größer“ abzuhalten. In diesem Jahr konnte die Wehr nämlich bereits auf ihr 25jähriges Jubiläum zurückblicken. Im Laufe der Zeit begann die Wehr, das Stiftungsfest mit einer Tombola zugunsten der Wehr zu ergänzen. Dies ist bis heute so geblieben.

So kam neben der teils gefährlichen und beschwerlichen Arbeit als Feuerwehrmann auch nie der gesellige Aspekt zu kurz. So manche Jahreshauptver­sammlung schloss damals harmonisch mit den Worten „und hielt Gott Bachus alle Kameraden in fröhlicher Stimmung bis früher Stunde versammelt.“

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Die Wehr während des Ersten Weltkriegs 1914-1918

Jäh aus der Ruhe gerissen wurde die Wehr durch den Beginn des Ersten Weltkrieges im August des Jahres 1914. Der Krieg war nicht nur eine Zäsur im Leben der Menschen sondern auch für die Wehr. Schon im Herbst 1914 wurden viele der Feuerwehrkameraden eingezogen. Auf einer außerordentlichen Sitzung am 19. November 1914 beschloss die Versammlung der noch in Trittau anwesenden, allen „eingezogenen Kameraden ein kleines Paket mit Zigarren, Zigaretten, Schokolade zu übersenden“, eine so genannte Liebesgabe.

Bemerkenswert an dieser Versammlung war, dass sie in Zivil stattfand. Warum dies so war, ist nicht überliefert. „Auf Antrag des Kameraden Emmerling wurde beschlossen, in Zukunft in den Versammlungen wieder wie üblich in Uniform zu erscheinen. Es wird noch hervorgehoben, daß diese Versammlung seit dem Bestehen der Wehr die erste ist, zu welcher die Kameraden in Zivil erschienen waren und auch die erste während eines Krieges ist.“ Drei Tage vor Weihnachten, am 21. Dezember 1914, fand eine nächste Versammlung statt. Es sollte gleichzeitig die letzte für eine lange Zeit sein. Man verlas die Dankesbriefe der Kameraden für die „Liebesgaben“. Außerdem wurde beschlossen, die Uniformen zur Woll­sammlung zu geben. Dann schließt das Protokollbuch für eine lange Zeit.

In den Kriegsjahren kam die Feuerwehr­arbeit in Trittau komplett zum Erliegen. Selbst der Hauptmann wurde eingezogen. Erst nach Kriegsende wurde auch die Feuerwehrarbeit wieder aufgenommen. Im März 1919 hielt man schließlich wieder eine Generalversammlung ab. „Der Hauptmann und der Schriftführer erstatteten Bericht seit der letzten Generalversammlung 18. März 1916. Bemerkenswert ist, daß in dieser Zeit keine Brände ausgebrochen sind.”

Zu dieser Hauptversammlung 1919 waren nur 16 aktive Mitglieder anwesend. Vor dem Krieg lag die Anzahl der erschienen Kameraden mindestens in den 20ern. Die Versammlung empfahl folgerichtig, sich dringend um aktive Mitglieder zu bemühen.

In den 1920er Jahren konsolidierte sich die Wehr. Der Bruch in der Arbeit, den der erste Weltkrieg bedeutete, konnte überwunden werden.

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1920 - Mitgliederzuwachs und Jugendabteilung

Ebenfalls 1920 sollte eine Jugendabteilung das Licht der Welt erblicken. Jedenfalls veranlasste die Jahreshauptversammlung Vorarbeiten dazu. Ob aber wirklich eine Jugendabteilung zustande kam, geht aus den Unterlagen leider nicht hervor. Erst im Jahr 1931 ist wieder von der Jugendabteilung die Rede. Es werden „Kamerad Kladt als Führer und Kamerad Möller als stellvertretender Leiter der Jugendabteilung“ gewählt. Die Mitglieder der Jugendabteilung sollen Armbinden mit entsprechendem Aufdruck erhalten.

HandspritzeWettkampf

- Die Handspritze im Einsatz bei einem Wettkampf -

Um dem Mitgliederschwund durch den Weltkrieg zu begegnen, beschloss man zu Beginn der 1920er Jahre, verstärkt um Mitglieder zu werben, speziell unter den Landwirten. Die Aktion hatte offenbar erfolg, schon ein Jahr später konnte ein positiver Trend ausgemacht werden. Die Zahl der aktiven Mitglieder stieg von 32 auf 55.

Dazu trug aber auch die Musikkapelle ihr Scherflein bei: „Hierzu hat zur Hauptsache die neu gegründete Kapelle der Wehr beigetragen.“ Die Brandmanöver, von deren Ausübung man mangels Mitglieder bis dato absah, konnten von nun an wieder wie gewohnt durchgeführt werden. Die Wehr sei, so der Hauptmann Christian Witten, wieder für den Ernstfall gerüstet.

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Die Alarmierung – das Telefon hält Einzug

Auch in der Alarmierung der Wehr änderte sich in den 1920er Jahren grundlegendes. Das Telefon, das allmählich in breiteren Bevölkerungskreisen Einzug in das Leben der Menschen hielt, wurde nun auch in die Alarmierung der Wehr mit einbezogen. Reibungslos verlief die Alarmierung trotzdem nicht. Bis in die 1960er Jahre, als schon längst Sirenen zur Brandbekämpfung riefen, sollte von Jahr zu Jahr die unzureichende Alarmierung beklagt werden.

So beschloss die Wehr in Sachen Alarmierung am 28. 7. 1920: „Die ganze Alarmeinrichtung soll neu organisiert werden. An die Gemeindevertretung wird herangetreten zwecks Anschaffung von 5 neuen Nebelhörnern und einigen Fliegersirenen. Alles wird neu, mit entsprechender Instruktion verteilt. […] Dem hiesigen Postamt wird ein Verzeichnis derjenigen Fernsprechteilnehmer übergeben, die im Falle eines Brandes anzurufen sind.“

Neu im Alarmierungsplan waren neben dem Telefon auch die anzuschaffenden Fliegersirenen. Bis dato waren in Trittau lediglich mehrere Signalhörner verteilt. Brannte es, sollten die Besitzer dieser Hörner kräftige Warntöne geben.

Der Plan schien gut – alleine die Ausführung ließ zu wünschen übrig. So wurde 1925 das „schlechte Funktionieren der Alarmierung scharf kritisiert. Es soll den Besitzern der Signalhörner nochmals eindringlich auferlegt werden, bei einer Feuermeldung andauernd und lange Zeit Signale zu geben. Der eine Schlüssel zum Spritzenhause soll anstatt bei Beckmann in der Apotheke seinen Platz haben. Die Post soll gebeten werden, den Feuermeldestellen bei einem Brand telefonisch Nachricht zu geben.“ Die Alarmierung lief nicht rund, und das sollte noch lange so bleiben.

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Mitte der 1920er Jahre - Inflation und Konsolidierung

Wie der Weltkrieg, gingen auch andere gesellschaftlich-politische Ereignisse nicht spurlos an der Freiwilligen Feuerwehr Trittau vorbei. Im Jahr 1923, auf dem Höhepunkt der Inflation, als die Menschen Billionen für ein Brot bezahlten, musste auch die Wehr davon absehen, eine Rechnungslegung vorzunehmen. Dies mache, so heißt es im Protokoll, aufgrund der Inflation keinen Sinn.

Nachdem sich die Mitgliederzahl konsolidierte, versuchte man, die Ausrüstung auf Vordermann zu bringen. Anträge an die Gemeinde nach neuem Schlauchmaterial und ähnlichem finden sich jetzt häufiger.

1924 wird eine Trockenvorrichtung für die Schläuche gebaut. Großen Einsatz zeigt die Wehr 1925 bei einem Waldbrand im Karnap – vorher und hinterher. Die Forstverwaltung war von dem Einsatz der Feuerwehr dermaßen beeindruckt, dass sie nach dem Brand Ge­tränke ausgab und die Wehr zur
Belobigung im Ministerium vorschlug. Intern aber schalt der Hauptmann die Wehr. Denn die Feuerwehr hatte der Forst an diesem einen Tag Getränkekosten in Höhe von 725,– Mark verursacht!

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Die erste Motorspritze 1929

Was die Ausrüstung der Wehr betrifft, stellte das Jahr 1929 eine Zäsur dar.

Die erste Motorspritze wurde ange­schafft. Dies hatte auch Konsequenzen für die Organisation des Löschwesens und der Feuerwehr, deren „Neueinteilung“ notwendig werde.
„… besonders ist ein Absperrungskommando mit unter Hinzuziehung von Zivilpersonen zu bilden, das auch zu bestimmen hat, ob bei Feuersgefahr ausgeräumt werden muß oder nicht. Ebenfalls sind von denselben eben ausgeräumte Sachen zu bewachen. […]
Ferner soll der Ort in Wasserbezirke eingeteilt werden, damit jeder weiß, wo im Ernstfalle die Motorspritze anzulegen ist.“
Bei starkem Frost sollte die Motorspritze in der Garage des Trittauer Schlossermeisters Rohlf untergebracht werden.

neueMotorspritze

- Gruppe vor der neu angeschafften Motorspritze, 1929 -

Mit der Motorspritze ersetzen nun auch motorgetriebene Fahrzeuge den Vorspann durch Pferde. Die Feuerwehrkameraden wurden aufgerufen, sich im Ernstfalle beim Spritzenhaus zu versammeln.
„Das Lastauto, welches die Motorspritze fährt, wird zur Mitnahme weiterer Kameraden nur bei Bäcker Harders und Schlachter Schmidt halten. Empfohlen wird, um bei einem Brande den Brandherd festzustellen, die Fernsprechnummer 205 - Störungsstelle des Postamtes - zu wählen und bei nächtlichen Bränden Taschenlampen mitzunehmen”

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Die Wehr im Nationalsozialismus 1933-1945

Mit der Machtübernahme durch die
Nationalsozialisten in Deutschland im Jahr 1933 änderte sich auch für die Trittauer Wehr grundlegendes.
Zunächst einmal trat nach 30 Jahren Dienst an der Spitze der Wehr Hauptmann Christian Witten ab. Am 22. 5. 1933 wurde Günther Thiede neuer Hauptmann.
Die Organisation der Wehr wurde nun im Sinne der straffen nationalsozialistischen Politik verändert. Durch das Preußische Feuerlöschgesetz wurden die Freiwilligen Feuerwehren in Löschzüge umbenannt, sie wurden fortan nach dem Führerprinzip geleitet. Von einstmals demokratischen Vereinen wurden die Feuerwehren zur „Feuerschutzpolizei“ unter der Führung des Reichsführers SS Heinrich Himmler.
In Trittau versammelten sich am 20. 2. 1934 die Delegierten der Wehren Trittau, Hamfelde, Köthel, Grande und Rausdorf, um die per Gesetz vorgeschriebene Gründung der Amtsfeuerwehr vorzunehmen.
„Hiernach erklärte der Amtsvorsteher die Freiwilligen Feuerwehren Trittau, Grande, Hamfelde, Köthel und Rausdorf für aufgelöst und betonte hierbei, dass die bisherigen Führer bis zur Ernennung der neuen Führer im Amte bleiben.“

Daraufhin wurde die Amtsfeuerwehr unter dem Namen „Amtsfeuerwehr Trittau e.V.“ gegründet. Die Wehren teilte man in die Löschzüge I Trittau, II Grande, III Hamfelde, IV Köthel und V Rausdorf ein. Als Amtswehrführer wurde Günther Thiede, Trittau, vorgeschlagen. Für Trittau schlug man als Löschzugführer Ernst Behsen vor. Anscheinend erfolgte keine Wahl, denn am Schluß der Versammlung wurden die neuen Wehrführer auf Führer und Volk vereidigt.
1936 wurde Ernst Behsen Amtswehr­füh­rer. Seine Position als Löschzugführer der Trittauer Wehr übernahm Carl Stapelfeld

Ernst Behsen

- Ernst Behsen -

In Vorbereitung auf den Krieg begann man in diesem Jahr erstmals mit Luftschutzübungen in Trittau.
Überhaupt nahm die Zahl der Übungen erheblich zu. Waren es vor 1933 im Schnitt 5 Übungen pro Jahr, sind es jetzt 20. Im Rahmen des Luftschutzes wurden den Wehren jetzt erstmals genormte Löschfahrzeuge zur Verfügung gestellt. Auch Trittau erhielt zwei dieser Fahrzeuge. Es waren die ersten motorisierten Löschfahrzeuge der Trittauer Wehr.

Durch das Reichsfeuerlöschgesetz von 1938 wurden die Feuerwehren zu einer technischen Hilftruppe der örtlichen Polizeiverwaltung.

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 enden dann die Einträge im Protokoll­buch, die schon seit 1933 immer spärlicher wurden. Während des Krieges wurde die Wehr im Rahmen der „Ersten Feuerwehrbereitschaft Stormarn“ u.a. zur Brandbekämpfung nach den Angriffen auf Hamburg und Kiel eingesetzt.

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Neuanfang 1945

Nach dem Ende des Nationalsozialismus 1945 formierte sich auch die Trittauer Wehr neu. Erster Wehrführer nach dem Kriege wurde Otto Albrecht. „Leider gingen die Aufzeichnungen über die einzelnen Versammlungen verloren, da Kamerad Hinsch sich noch in Gefangenschaft befand und das Protokollbuch nicht aufzufinden war.”

Die Aufzeichnungen im Protokollbuch setzen 1947 wieder ein. In diesem Jahr hatte die Wehr neun Brände zu bekämpfen, darunter bemerkenswerterweise drei im ehemaligen Horst-Wessel-Haus, der heutigen Campeschule. Außerdem führte die Wehr eine Reihe von Kranken­wagentransporten durch und half tatkräftig bei der Ausgabe der D-Mark. „Am Tag der Währungsreform wurde die Wehr zum Schutze der einzelnen Zahlstellen eingesetzt. Nach der Währungsreform war die Wehr gezwungen, von vorn wieder anzufangen, da kein Geld zur Verfügung stand. Der Beitrag zur Sterbekasse konnte
nur durch Umlage bei den Kameraden beglichen werden.“

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Neues Gerätehaus 1948-1949

Trotzdem begann die Wehr, über ein neues Gerätehaus nachzudenken. Ende des Jahres 1948 wurde es nun konkret. „Der Bau eines Gerätehauses mit Trockenturm soll nunmehr in Angriff genommen werden. Als Platz hierfür wurde die abgebrannte Fliegerhalle von der Gemeinde zur Verfügung gestellt.“ Schützenhilfe erhielt die Wehr durch den Gesetzgeber. Das „Gesetz über den Feuerschutz im Lande Schleswig-Holstein“ vom 3. Februar 1948 nämlich legte den Brandschutz als Pflichtaufgabe der Gemeinden fest. Diese wurden dadurch verpflichtet, leistungsfähige Wehren zu schaffen und ein vernünftiges Umfeld herzustellen. Nach der Verabschiedung des Gesetzes entstanden in vielen Gemeinden neue Gerätehäuser.

Die Bedingungen in dem alten Spritzenhaus waren alles andere als gut. Es bot keinen ausreichenden Platz mehr für die Löschfahrzeuge. Deswegen traf der Wunsch nach einem neuen Gerätehaus auf Seiten der Gemeinde auch auf offene Ohren. Der Bau des Gerätehauses war schnell beschlossene Sache, und die Landesbrandkasse gewährte einen veritablen Zuschuss. Ursprünglich hatten Gemeinde und Feuerwehr geplant, eine zentrale Schlauchwäscherei in dem neuen Gebäude unterzubringen. Von diesem Vorhaben nahm man aber wieder Abstand. Bis zur Fertigstellung des Gerätehauses verging nur knapp ein Jahr.

Gruppenbild Geraetehaus

- Gruppenbild vor der Feuerwache Rausdorfer Straße -

Am 4. 12. 1949 war es soweit. „Nachdem die Wehr sich beim alten Spritzenhaus versammelt hatte, marschierte sie in Begleitung der Marschmusik zum Einweihungsort. Dort hatten sich Mitglieder der Gemeindevertretung, der Bürgermeister, Kreisdirektor Dr. Kieling, Polizeiinspektor Braun und Handwerksmeister eingefunden. Mit Rücksicht auf das anhaltende schlechte Wetter wurde beschlossen, die Festreden im Lokal von Stapelfeld abzuhalten. Der Bürgermeister übergab Wehrführer Albrecht lediglich die Schlüssel für das Gerätehaus und brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass die Wehr auch weiterhin mit demselben Eifer den Dienst verrichten werde. Im Lokal von Stapelfeld hielt Wehrführer Albrecht alsdann die Festrede.“

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1949 – ein besonderes Jahr

Das Jahr 1949 war aber nicht nur durch den Bau des neuen Gerätehauses ein besonderes Jahr für die Freiwillige Feuerwehr Trittau. Rückblickend resümierte Wehrführer Albrecht, „dass das Jahr 1949 in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Trittau einen besonderen Platz einnehme und betonte ferner, dass das, was in diesem Jahr geschaffen und geleistet wurde, einzig sei. Die uns von allen Seiten gemachten Anerkennungen sollen Ansporn sein für die künftige Dienstleistung.“

Die Anerkennung, auf die Albrecht in seiner Rede anspielte, resümierte vielleicht aus der erfolgreichen Bekämpfung des Großbrandes vom 17. 10. 1949. Leider gibt das Protokollbuch keinen Aufschluß darüber, wo es genau brannte. Der Brand wurde jedoch auch zum Anlass genommen, die Löschwasserversorgung noch einmal unter die Lupe zu nehmen, neu zu planen und eine Zeichnung darüber anzufertigen. Und offenbar hatten wieder Neugierige die Löscharbeiten behindert, denn beim Amtmann sollte der Antrag gestellt werden, diese im Umkreis von 50m eines Brandherdes verbannen zu dürfen.

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Die Alarmierung in den 1950ern

Auch in den 1950er Jahren bereitete die Alarmierung der Wehr noch Sorgen. Zunächst einmal sorgte man dafür, dass 1949 vor der Gemeindeverwaltung, dem heutigen Bürgerhaus, auf der sich eine Sirene befand, Schilder mit der Aufschrift „Feuermeldestelle“ aufgestellt wurden.

1950 regt man an, dass die Sirene jeden Samstag um 12 Uhr zur Probe heulen solle. Aber noch vier Jahre später wird geklagt: „Der Bürgermeister soll in Gemeinde Anweisungen zur Bedienung der Sirene geben; 3x12 Sekunden im Fliegeralarmton, bei auswärtigen Feuer 4x12 Sekunden. In die Siedlung soll ein Nebelhorn gelegt werden.“ Mit der Siedlung ist hier offenbar das neu entstandene Siedlungsgebiet an der Lütjenseer Straße gemeint.

Als es am 1. April 1951 zu einem Großfeuer bei Pünjer in Witzhave kam, wurde auch die Trittauer Feuerwehr alarmiert. Im Trittauer Kino erfolgte während der Vorstellung ein Ausruf: „Großfeuer in Witzhave, alle eventuell anwesenden Wehrmänner zum Einsatz!“

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Kreisfeuerwehrverbandstag 1951 in Trittau

Einen weiteren Schub gab der Wehr der 1951 erneut in Trittau stattfindende Kreisfeuerwehrverbands-tag. 112 Wehren wurden eingeladen und die Wirte der Trittauer Gastwirtschaften kamen überein, an diesem Tag einheitliche Preise zu verlangen. Der Festplatz war der Markt­platz, dort wo sich heute die kleine Grünanlage am Weg in die Hahnheide befindet.

Der Tag verlief bestens und diesmal hatten die Trittauer auch, anders als 1905, mitgemacht und den Ort geschmückt.

Im Protokollbuch heißt es: „Nachdem noch am Vortage das Wetter sehr bedenklich war, hatte es sich an diesem Tage beruhigt. Petrus meinte es gut mit uns. Seit langer Zeit ein herrlicher Sonnentag. Die Bevölkerung Trittaus hatte den Ort in ein wahres Festbild verwandelt. Schon seit Tagen beherrschte nur noch das Feuerwehrfest das Gesprächsthema der Leute. Gegen 6 Uhr 30 begann das Wecken mit dem Spielmannszug der Kapelle aus Ahrensburg. […] Mit vergnügten Stunden schloss dieser für manchen einmalige Tag.“

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Neue Sirenen für Trittau

1956 wurde einmal mehr die Alarmierung kritisch debattiert: „Es wurde der Antrag gestellt, dass die Inhaber der Nebelhörner nochmals auf ihre Pflicht zur Weitergabe des Alarms hinzuweisen sind.“ Für den Norden Trittaus kam 1957 die Sirene der Möbelfabrik Aesemann, die sich im „Im Raum“ befand, als neue Alarmierungsanlage hinzu.

1962 legte man dann eine Leitung vom Gemeindehaus, dem heutigen Bürgerhaus, in das Gerätehaus der Feuerwehr. Dies geschah, um schnell und genau über den Brandherd informieren zu können. Ein Jahr später brachte man eine Tafel am Gerätehaus an, auf der für später eintreffende Feuerwehrkameraden die Brandstelle vermerkt wurde. Schon vor einigen Jahren hatte es den Antrag gegeben, vor dem Gerätehaus einen Kameraden zu postieren, der über den Brandherd Auskunft gibt.

Die Sirene der Nico, die mittlerweile ein großer Industriebetrieb geworden war, sorgte 1963 für Irritationen. Wenn die Sirene heulte, war anscheinend nicht immer klar, ob es sich nun um einen Alarm oder eine Pause auf dem großen Feuerwerksbetrieb handelte. „Hierzu wurde erklärt, dass bereits neue Warnstellen in Auftrag gegeben sind und dass damit zu rechnen ist, dass bald eine ordnungsgemässe Alarmierung stattfinde.“ Außerdem wolle sich der Bürgermeister noch einmal mit der Nico in Verbindung setzen. 1968 forderte man, eine Sirene in der Möllner Straße zu installieren.

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Das erste Tanklöschfahrzeug – der „Rundhauber“ (1958)

Rundhauber

- Der "Rundhauber" 1958 -

In der Nachkriegszeit stieg die Einwohnerzahl Trittaus kontinuierlich an, vor allem durch die Flüchtlinge aus dem Osten, die sich hier niederließen und heimisch wurden. Die Gemeinde begann, neue Baugebiete zu gründen, seinerzeit „Siedlungen“ genannt.

Für die Feuerwehr bedeutete dies, sich nun wieder verstärkt um die Lösch­wasser­­versorgung Gedanken zu machen. Immer wieder wurde die Wehr bei der Gemeinde vorstellig, um eine adäquate Löschwasserversorgung im Ort anzumahnen.

Bei der Siedlung „Herrenruhm“ gelang dies nur durch einen Löschwassertank. Deswegen, und weil auch bei den in dieser Zeit noch recht häufig auftretenden Waldbränden immer wieder Probleme mit der Löschwasserversorgung auf­traten, spielte man mit dem Gedanken, ein Tanklöschfahrzeug anzuschaffen. Auf der Sitzung am 24. 10. 1957 hieß es noch verschwörerisch: „Die Sache mit dem Tanklöschzeug läuft!“

Offiziell war es Anfang 1958 dann soweit. Das 125 PS starke TLF 16, auch „Rundhauber“ genannt, wird noch heute als Oldtimer im Besitz der Wehr, angeschafft. Es war mit einem Tank für 2400 l Wasser und einer Spritze mit 1600 l Minutenleistung ausgerüstet. Bei dem großen Waldbrand 1960 machte sich das Tank­löschfahrzeug dann zum ersten Male richtig bezahlt.

Die Feuerwehr half der Gemeinde aber nicht nur beim Löschen. So wurde 1958 ein großer Schneepflug angeschafft, der im Winter vor das große TLF 16 gebaut wurde. Dieses wurde dann als Schneeschieber eingesetzt.

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Die Wehr in den 1960ern

1960 schied Amtswehrführer Ernst Behsen aus Altersgründen aus dem Dienst der Feuerwehr aus. Behsen war seit 1920 Mitglied der Wehr und eine ihrer legendären Figuren. Neuer Wehrführer in Trittau wurde 1961 Erwin Mehs. Sein Vorgänger Harry Witten wurde Amtswehrführer.

Bemerkenswert ist, dass sich die Freiwillige Feuerwehr in den sechziger Jahren die Ausrüstung betreffend auf der Höhe der Zeit wähnte. So heißt es im Protokollbuch: „Nachdem nun bezüglich der Ausrüstung ein gewisser Stand erreicht ist, soll versucht werden, auch etwas für Repräsentation zu tun.“ Aber da hatte man die Rechnung wohl ohne den Wirt gemacht, denn die technische Entwicklung schritt unaufhaltsam voran. Und damit auch die Anforderungen an eine moderne Feuerwehr.

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Platzkonzert beim Oberst

Von 1963 ist das Foto überliefert, auf dem die Feuerwehrkapelle im Garten des herrschaftlichen Anwesens des Oberst Stoltzenberg am Mühlenteich spielt. Erich Köster, der spätere Wehrführer, weiß dazu folgende Geschichte zu berichten:

„Zum Kreisfeuerwehrtag in Bad Oldesloe 1963 ist die Abordnung aus Trittau mit dem Zug gefahren. Damals gab es ja noch eine Bahnlinie in Trittau, die außer dem Bahnhof auch einen Haltepunkt in Trittau-Vorburg hatte. Vom Haltepunkt aus ging ein schmaler Fußsteig am herrschaftlichen Haus der Stolzenbergs vorbei in Richtung Mühlenteich und Dorf. Als wir nun vom Kreisfeuerwehrtag zurückkamen, war die Stimmung in der Truppe, wie man sich leicht vorstellen kann, so gut wie sie besser nicht sein konnte. Wir stiegen in Trittau-Vorburg aus und die Kapelle stimmte eine flotte Marschmusik an. So zogen wir dann im Gänsemarsch mit Musik den schmalen Steig am Haus der Stolzenbergs vorbei.
Auf einmal wurde das Gartentor aufgestoßen und der Oberst höchstpersönlich stand vor uns. Wer ihn kannte oder einmal gesehen hat, weiß was für eine imposante Gestalt das war. Der Oberst hatte samt
Familie im Garten gesessen, als er auf einmal unsere Musik vernahm. Das gefiel ihm, er winkte uns in den Garten, wo wir mit Bier versorgt wurden und sozusagen ein kleines Platzkonzert gaben. Da wurde dann auch dieses Foto gemacht.“

Platzkonzert

- Platzkonzert im Garten des Sonnenhofes Stolzenbergs -

Der Oberst Stoltzenberg selbst war in den 1920er Jahren passives Mitglied der Feuerwehr und nahm damals, wie das Protokollbuch belegt, auch rege an den Versammlungen teil. Er hatte also eine Affinität zur Freiwilligen Feuerwehr Trittau.

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Burgkrug Hinsch - das Vereinslokal

Seit ihrer Gründung bis in die 1970er Jahre war die Gastwirtschaft Hinsch „Zum Burgkrug“ das Vereinslokal der Feuerwehr. Dort schmückten auch die Devotionalien der Wehr die Wände der Gasträume, hier hingen die Bilder, Plaketten und Urkunden. Erst als 1963 einige Plaketten aus dem Gastraum gestohlen wurden, wurden die Bilder ab- und nur bei Bedarf wieder aufgehängt.

Burgkrug

- 1950er Burgkrug am Mühlenteich Wirt Chrischan Hinsch -

Die Gastwirtschaft Hinsch war eine der ältesten Gastwirtschaften in Trittau. Sie lag romantisch am Göpel des Mühlen­teiches, und in Saal und Garten wurde so manch rauschendes Fest der Feuerwehr gefeiert. Da der Burgkrug direkt am Wasser lag, war das Haus dementsprechend feucht. Zu Zeiten des Wehrführers Mehs, der Inhaber eines Malerbetriebes war, machte sich selbiger deswegen vor jedem Stiftungsfest daran und strich das Haus. Der Wirt des Burgkruges war der legendäre Krischan Hinsch, an den es viele lebhafte Erinnerungen gibt.

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1968er...

Der Fortschritt der Technik machte vor der Trittauer Wehr keinen Halt.
Am 18. 3. 1967 konnte ein neues Löschfahrzeug übergeben werden. Der Autoindividualverkehr hatte stark zugenommen, so dass Hilfeleistungen bei Unfällen immer öfter vorkamen. Insbesondere die Fertigstellung des Ausbaus der B404 im Jahr 1968, die das Verkehrsaufkommen im Raum Trittau erhöhte, machte mehr und mehr Unfallhilfeeinsätze nötig. Vor Anschaffung des Schneidgerätes musste bei schweren Verkehrsunfällen immer die Glinder Feuerwehr angefordert werden. 1969 bewilligte die Gemeinde dann ein tragbares Schneidgerät für die Feuerwehr.

Auch in Sachen Uniform kam es zu einer Änderung. Es wurde 1967 angeordnet, in Zukunft bei Einsätzen gelbe Helme zu tragen und Breitgurte anzulegen.

Bis 1934 wurde eine graue Uniform mit Lederhelm getragen. 1956 bestand sie aus einer schwarzen Tuchhose und einer blauen Joppe, als Kopfbedeckungen trug man beim Einsatz Stahlhelm. Vielleicht ist es den Zeitumständen der antimilitaristischen Proteste der 1968er geschuldet, dass man vom doch etwas militaristisch anmutenden Stahlhelm auf einen gelben Helm wechselte.

In einer Sache auf jeden Fall zeigt sich, dass neue Zeiten angebrochen waren. Die Brandwache der Wehr bei kulturellen Veranstaltungen anderer Vereine hatte mittlerweile Tradition. Doch diese Veranstaltung des Kulturrings Trittau, auf der 1967 Brandwache gehalten wurde, hatte es bis dato noch nicht in Trittau gegeben: es war ein Beat-Abend!

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Wehrführer: Hans Albrecht (1968) und Kurt Behrend (1971)

1968 wird Hans Albrecht zum neuen Wehrführer gewählt. Die Wehr war jetzt in vier Gruppen eingeteilt, die aus drei Löschgruppen und dem Musikzug be­standen. Später ging der Musikzug dann in die Reserveabteilung über.

HansAlbrecht

- Neuer Wehrführer Hans Albrecht -

1971 wurde Kurt Behrend Nachfolger von Hans Albrecht, der in diesem Jahr Amtswehrführer wurde.

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Verbesserung der Ausrüstung

1973 macht der Amtswehrführer auf der Jahreshauptversammlung darauf aufmerksam, dass die Trittauer Wehr zu schlecht mit Fahrzeugen besetzt sei.

Fuhrpark1982

- Fuhrpark 1982 -

Sein Rufen verhallte nicht ungehört. Knapp ein Jahr später, am 23. 11. 1974, wurde ein neues Löschgruppenfahrzeug, ein LF 16, übergeben. Außer dem Fahrzeug wurde in diesem Jahr auch ein zusätzliches Funkgerät angeschafft, so dass stolz vermeldet wurde, dass jetzt alle Fahrzeuge über Funk verfügten. Außerdem wurde eine Atemschutzträger-Gruppe gebildet und ein Ölschadenanhänger beschafft.

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Gründung der Jugendwehr 1976

Eine weitere wesentliche Neuerung im Leben der Trittauer Freiwilligen Feuer­wehr gab es 1976. Die Jugendwehr wurde gegründet! Nachdem 1975 die Firma Mohr ihr neues Kaufhaus in Trittau eröff­-net hatte, spendete sie der Gemeinde 5.000,– DM.

Nach dem Vorschlag des damaligen Bürgermeisters Hergenhan wur-de dieses Geld dann unterstützend für die Bildung der Jugendfeuerwehr verwandt. Im ersten Jahr ihres Bestehens hatte die Jugendwehr bereits 22 Mitglieder.

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Das neue Gerätehaus

Eine Problematik, die die Wehr Anfang der 1970er Jahre schon seit langem beschäftigte, war die Raumnot. Sie findet schon 1967 in klagenden Worten ihren Niederschlag im Protokollbuch. Zunächst waren es vor allem vernünftige Gruppen- und Schulungsräume, die im Gerätehaus fehlten. Erich Köster erinnert sich, dass so manche Manöverkritik nach einem Brand auf den Kotflügeln der Fahrzeuge sitzend abgehalten wurde. Später, mit der Erweiterung des Fuhrparks, spätestens aber mit der Anschaffung des Ölschadenanhängers, war das alte Gerätehaus zu klein geworden.

So trat die Wehr Anfang der 1970er Jahre mit der Bitte an die Gemeinde heran, für ein neues Gerätehaus zu sorgen. Bei der Gemeinde traf der Wunsch der Wehr im Prinzip auf offene Ohren - und trotzdem sollte es noch fast ein Jahrzehnt dauern, bis das neue Gerätehaus bezogen werden konnte.

Alleine um den Standort gab es viele Diskussionen. Die Vorschläge reichten vom Vorburgplatz bis zur Großenseer Straße. Als man sich entschieden hatte, zogen sich die Grundstücksverhandlungen in die Länge. Süffisant bemerkte der Amtswehrfüher Mitte der 1970er Jahre: „Nach Meinung eines hohen Beamten des Kreises würde man schneller vorankommen, wenn man in Trittau nicht soviel planen, sondern mehr bauen würde.“ In jeder Jahresversammlung der Wehr musste der Bürgermeister - bis 1978 war es Otto Hergenhan, danach Jochim Schop - immer wieder kräftige Prügel einstecken. Und das, obwohl beide Bürgermeister erwiesenermaßen eifrige Befürworter des Baus waren. 1978 wettete Bürgermeister Hergenahn dann mit der Wehr um 10 Kästen Bier, dass das neue Haus zum 100jährigen Jubiläum 1981 stehen würde.

Grundsteinlegung

- Grundsteinlegung des neuen Gerätehauses -

Otto Hergenhan sollte seine Wette gewinnen. Unter Einbeziehung des alten Gerätehauses entstand bis 1981 in der Rausdorfer Straße für knapp 3 Millionen DM eine moderne Feuerwache. Doch auch der Bau ging nicht ohne Widrigkeiten von Statten. Es waren Brandstifter, die die Baustelle anzündeten und den Zeitplan noch einmal kurz ins Wanken brachten. Doch rechtzeitig zum großen 100jährigen Jubiläum wurde das Feuerwehrhaus fertig.

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1981 - 100jähriges Jubiläum

Das 100jährige Jubiläum der Trittauer Feuerwehr wurde vom 20.-21. Juni 1981 gefeiert. Es war ein rauschendes Fest, zu dem nicht nur ganz Trittau auf den Beinen war.
Neben dem 73. Kreisfeuerwehrverbandstag, der anlässlich des Jubiläums in Trittau abgehalten wurde, standen die feierliche Übergabe des Gerätehauses und ein buntes Rahmenprogramm im Mittelpunkt der Festivitäten. Ein großer historischer Umzug und ein großes Jubiläumsfeuerwerk umrahmten das Jubiläumsprogramm.

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Die Geschichte der Feuerwehr Trittau – das beginnende 2. Jahrhundert

von Michael Amann, Pressewart der Feuerwehr Trittau

Mit der 100jahr-Feier ist die Geschichtsschreibung der Feuerwehr Trittau noch längst nicht am Ende. Vielmehr setzte sich in den Jahren nach 1981 die Geschichte der FF Trittau kontinuierlich fort und reicht bis in die Gegenwart.


Die 80er, das erste Jahrzehnt nach dem großen Jubiläum

Nach Einweihung des neuen Gerätehauses wurde in den Protokollen dann auch schnell wieder auf das Alltagsgeschäft der Feuerwehr verwiesen. 1981 wurde Erich Köster zum neuen Wehrführer gewählt, ab 1982 trat er sein Amt dann an. Darüber hinaus wurde die Kameradschaft besonders gepflegt.
Ein Ausflug zur Flughafenfeuerwehr Hamburg ist hier be­sonders zu nennen. Aber auch die sonstigen Akti­vitäten des Festausschusses, die jähr­lichen Ausflüge, sollen nicht unerwähnt bleiben.

VereidigungKoester

- Vereidigung des Wehrführers Köster durch Bürgermeister Schop -

Bei den Fahrzeugen war der Rundhauber in die Jahre gekommen, er entsprach nicht mehr den Anforderungen, die an eine Feuerwehr in den Jahren nach 1980 gestellt worden sind. Bei der Gemeinde wurde deshalb der Bedarf nach einem neuen Tanklöschfahrzeug angemeldet. Die Haushaltslage war aber sehr angespannt, so dass kein Neufahrzeug beschafft werden konnte.

So kam es dazu, dass durch die Feuerwehr ein ausgemustertes Gebrauchtfahrzeug der Hamburger Berufsfeuerwehr gekauft worden ist. Für 6.600,– DM wurde ein 10 Jahres Tanklöschfahrzeug der Marke Mercedes gekauft, gegenüber ca. 250.000,– DM für ein neues Fahrzeug ein Schnäppchen, laut Presseberichten. Dennoch waren erhebliche Umbauarbeiten erforderlich. Die komplette Bereifung wurde ersetzt, einige Bleche an der Karosserie verstärkt und auch sonstige Arbeiten waren erforderlich, so dass nochmals 16.000,– DM investiert werden musste.

UebergabeTLF

- 1985 Übergabe TLF 16 durch Bürgermeister Schop -

Darüber hinaus wurde durch Umbau- und Lackierungsarbeiten in Eigenregie der Feuerwehr eine Menge Arbeit geleistet, die in der genannten Summe nicht enthalten ist. Das „neue“ Tanklöschfahrzeug wurde dann auch nur der „Hamburger“ genannt, der einen fest installierten Monitor auf dem Dach hatte und für Aufgaben der Flächenbrandbekämpfung geeignet erschien. Der abgelöste Magirus Merkur 125, Bj.1957 verblieb für Sonderaufgaben bei der Feuerwehr. In dieser Zeit mussten weitere technische Defekte bei den Einsatzfahrzeugen beklagt werden. Das alte Einsatzleitfahrzeug, der VW-Bus (VW-intern T2) kam nicht mehr über den TÜV, eine weitere Ersatzbeschaffung wurde notwendig. Der neue, eckige VW-Bus (VW-intern T3) sollte dann von 1986 bis 2002 seinen Dienst bei der Feuerwehr versehen.

Und in 1986 riss die Unglücksserie der technischen Ausfälle nicht ab. Das Löschfahrzeug LF 16 hatte einen Motorschaden, während der langwie­rigen Reparaturarbeiten wurde der alte Rundhauber für kurze Zeit wieder in den aktiven Dienst gestellt. In diesem Jahr wurde dann auch das Alter des gesamten Fahrzeugparks beanstandet. Durch den Bürgermeister wurde zugesagt, dass die Erneuerung des Fahrzeugbestandes kontinuierlich durchgeführt würde. Die Motorsäge und die Rettungsschere der Feuerwehr mussten in 1987 wegen neuer Sicherheitsbestimmungen gegen neue Geräte ausgetauscht werden und die Wehr wurde mit einem Schutz­helm mit Gehörschutz und Schnittschutzhosen ausgerüstet, Ausrüstungsgegenstände, die bei der Bedienung der Motorsäge seither immer getragen werden müssen. In dieser Zeit wurden ferner 4 Chemieschutzanzüge (CSA) gekauft und die Kameraden wurden daran ausgebildet. Auch der Ersatz der alten Tragkraftspritze durch eine neue TS 8/8 von Bachert erfolgte in diesem Jahr. 43 aktive Kameraden waren in dieser Zeit einsatzbereit.

Das Feuerwehrbeil in Silber wurde errungen, eine große Auszeichnung, die in der Ehrenhalle der Feuerwehr Trittau ausgestellt ist. Zur 750jahr-Feier Trittaus beteiligte sich natürlich auch die Feuer­wehr an dem Festakt am 10. 2. 1989. Bei einem festlichen Umzug wurden die historischen Fahrzeuge und Ausrüstungsgegenstände und der aktuelle Fahrzeugbestand präsentiert. Im Jahr 1989 wurde dann auch die Entscheidung getroffen, dass der alte Opel Blitz (LF 8) durch ein neues Löschgruppenfahrzeug ersetzt werden sollte.

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Die neunziger Jahre, der Beginn der „Moderne“

Zum Jahresbeginn 1990 konnte dann das neue LF 8 in Betrieb genommen werden. Ein geländegängiger VW-MAN mit Vorbaupumpe stellte eine Bereicherung dar. Die Ausrüstung wurde in diesem Jahr weiterhin verbessert, es wurde ein Hebekissen beschafft. Im Jahr 1990 wurde dann auch die erste Umwelt­gruppe gebildet, die Atemschutzgeräteträger wurden gesondert geschult bzw. eingewiesen. Die Schulungen der Feuerwehranwärter des Amtes erfolgten in dieser Zeit bis in das Jahr 2002 federführend durch die Feuerwehr Trittau.

In 1992 wurde die Wache Trittau dann mit einem neuen Funktisch bestückt. Die Feuerwehr Glinde musterte diesen Tisch aus, nachdem dort eine Neuanschaffung erfolgte. Dieser Funktisch konnte dann zu einem Freundschaftspreis übernommen werden und mit wenigen Umbauten erfolgte dann der Einbau, Florian Stormarn 70 war für Großeinsätze mit dieser internen Leitstelle funktechnisch gut gerüstet. Die Kosten der Übernahme und des Einbaus wurden übrigens durch die Kameradschaftskasse abgedeckt, dieser Funktisch wird noch heute genutzt.

Erneuerungen und Ergänzungen des Fahrzeugparks standen dann weiter auf dem Plan. 1996 erhielt die Feuerwehr einen Schlauchwagen SW 2000, IVECO-Magirus, Bj.1995. Das Fahrzeug war und ist nach Feuerwehrnorm beladen und wurde durch den Bund als Fahrzeug für den Katastrophenschutz angeschafft. Der Standort in Trittau wurde wegen der Größe der Wehr und auch wegen des Brandschutzes für die Hahnheide, den die Feuerwehr Trittau gewährleisten muss, gewählt. In dieser Zeit wurde auch ein neues Tanklöschfahrzeug gekauft, nachdem der alte „Hamburger“ wegen erheblicher Defekte ausgemustert werden musste. Ein neuer IVECO-Magirus, Bj.1996, mit der Feuerwehrbezeichnung TLF 16/24, natürlich mit Normbeladung und Ergän­zungen und einem mobilen Monitor ergänzte dann der Fahrzeugpark.

In den voranschreitenden 90iger Jahren wurde in Trittau nach und nach auf Alarmierung durch analoge Melder (Pieper) umgestellt, die Sirenenalarmierung sollte mit dem Ende des Jahrzehntes ausgedient haben. Jeder aktive Feuerwehrmann ist seitdem mit einem dieser Melder ausgestattet. Durch diese Ausrüstung konnte die seit Bestehen der Feuerwehr immer wieder als schlecht bezeichnete Alarmierung tatsächlich endlich verbessert und auf dem bestmöglichen Stand gebracht werden.

1997 zeichnete sich dann ein weiterer Wandel ab, es musste ein neuer Wehrführer gewählt werden, denn Erich Köster konnte wegen des Erreichens der Altersgrenze und dem damit verbundenen Übertritt in die Ehrenabteilung nicht erneut gewählt werden.

ClemensTismer

- Neuer Wehrführer Clemens Tismer -

Als Wehrführer wurde Clemens Tismer gewählt, der ab Januar 1998 das Amt des Wehr­führers übernahm. Zur gleichen Zeit wurde auch ein neuer Stellvertreter gewählt, Achim Siemers erhielt die Stimmen der Kameraden.

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Das neue Jahrtausend, die Modernisierung schreitet voran und Kameradschaft wird gelebt

Nach dem Jahreswechsel ins Jahr 2000 ging die Geschichte der Feuerwehr natürlich weiter. In diesem Jahr erhielt die Feuerwehr Trittau ein neues Löschgruppenfahrzeug, das bisherige Fahrzeug war mit 26 Dienstjahren schon an der Grenze der Belastbarkeit. Mit dem neuen LF16/12, kam dann nach langen Jahren wieder ein MAN in die Remise. Ein Fahrzeug mit besonders breiter Kabine. Insbesondere für die Atemschutz­träger ist dieser Platzgewinn angenehm. So lässt sich seitdem das Atemschutzgerät in der Fahrzeugkabine noch besser und bequemer während der Fahrt zum Einsatzort anlegen.

Fuhrpark2002

- Fuhrpark 2002 -

Im Jahr 2001 wurde das Amtsfeuerwehrfest von der Feuerwehr Trittau ausgerichtet. Die Jugendfeuerwehr konnte auf ihr 25. Jubiläum zurückblicken und der Musikzug bestand in diesem Jahr 50 Jahre.

Eine weitere Fahrzeugbeschaffung wurde im Jahre 2002 erforderlich, das alte ELW musste wegen Motorschaden durch einen neuen Kraftwagen abgelöst werden. Die Feuerwehr erhielt einen VW-Bus (intern T4 lang) mit langem Radstand und einem Hochdach. Die Form des Daches wurde auch deshalb gewählt, damit bei Einsätzen erforderliche „Büroarbeiten“ der Einsatzleitung besser erfolgen können und nicht die Enge eines „normalen“ Kleinbusses empfunden wird.

Die Kameradschaft wurde bei Ausflügen u.a. in den Harz und bei Fahrradtouren gepflegt und auch angenehme Feierlichkeiten, wie Hochzeiten von Kameraden waren Anlässe dafür, dass nicht nur dienstliche Zusammenkünfte bei der Feuerwehr Trittau stattfanden. 55 Ka-meraden im aktiven Dienst, bei einem Durchschnittsalter von 33 Jahren zeigten auf, dass die Einsatzfähigkeit der Wehr weiterhin gegeben war und auch heute, bei 64 Feuerwehreinsatzkräften ist.

Mit der Stationierung des Erkunders des Löschzuges Gefahrgut, einen Daimler Benz, wurde aufgezeigt, dass Trittau eine nicht unbedeutende Rolle im Kreis im Rahmen des Katastrophenschutzes spielt. Hierbei bleibt auch zu erwähnen, dass in der Feuerwehr Trittau eine Gefahrgutgruppe gegründet worden ist, die Nachfolgegruppe nach der in den 90er Jahren gegründeten Umweltgruppe.

Und in den Jahren 2003 und 2004 begann in der Feuerwehr das multimediale Zeitalter. Ein PC wurde angeschafft und mit dem Programm FLASH 112 wurden nunmehr die Einsätze und Statistiken erfasst, gespeichert und ausgewertet. Darüber hinaus erfolgte nunmehr die Übersendung der Alarmierung via
Fax­meldung und die Feuerwehr wurde im Internet mit einer eigenen Internetseite präsent. Auf dieser Internetseite wurden und werden seitdem aktuelle Berichte und Ereignisse dargestellt.

In den letzen Jahren vor dem Jubiläum wurde die Wehr dann mit vielen neuen Geräten ausgestattet. Jeder Atemschutzgeräteträger erhielt seine eigene Atemschutzmaske, die Schutzkleidung entspricht seither der neuesten Norm nach HUPF, die Atemschutzgeräte wurden mit Bodyguards ausgestattet, eine neue Rettungsschere und –spreizer mit auf Haspeln aufgerollten Hydraulikleitungen und ein neuer Sprungretter sind weitere Neuanschaffungen der Zeit. Weiterhin wurde die Einsatzleitung mit digitalen Meldern ausgestattet, auf denen bei der Alarmierung bereits der Einsatzort und das Einsatzgeschehen mitgeteilt wird. Darüber hinaus wurde durch die Kameraden in Eigenleistung das Gerätehaus in vielen Bereichen renoviert und es konnten für die Funkwerkstatt und die Kleiderkammer neue Räume im Hause bezogen werden, die durch die vorherigen Nutzer geräumt worden sind.

Und, wenn vor lauter Technik die Menschlichkeit zu kurz kommt, dann sei hier erwähnt, dass die jährlich stattfindenden Laternenumzüge, Stiftungsfeste und sonstigen Feierlichkeiten der Feuerwehr die Verbundenheit mit der Bevölkerung und auch die Kameradschaft in der Wehr untereinander gut ausdrücken. Gerade mit dem „Tag der offenen Tür“ im Jahre 2005 zeigte die Freiwillige Feuerwehr Trittau gemein­-sam mit dem Rettungsdienst und der Polizei die Einsatzfähigkeit, und weiterhin bestehende Leistungsfähigkeit, um den Brandschutz und alle damit verbundenen Aufgaben weiterhin sicher zu stellen.

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Ausblick auf die nächsten Jahre und Jahrzehnte

Die Ausrüstung der Feuerwehr wird auch zukünftig Erneuerungen, die dem jeweiligen Stand der Technik entspricht erfahren müssen. Als nächste Neuerung steht die zusätzliche und erforderliche Beschaffung eines Mannschaftstransportwagens an. Darüber hinaus ist die Erweiterung des Gerätehauses möglich, denn der wachsende Ort muss auch eine größere Feuerwehr vorhalten.

Hierzu zählt auch, dass bei zukünftigen Ersatzbeschaffungen von Fahrzeugen neue Normen und erweiterte Anforderungen zu beachten sind. Ein neues PC-Programm für die Erfassung der Daten und die Einführung des Digitalfunks wird vor den Toren Trittaus nicht stoppen. Diese Entwicklungen und auch die steigende Anforderung an die Kameraden, die eine intensive Ausbildung weiterhin erforderlich werden lassen, zeigen auf, dass die Gegenwart und die Zukunft in zukünftigen Rückblicken bestimmt nicht minder spannend werden, wie die bisherigen 125 Jahre.

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Wehrführer der Feuerwehr Trittau von 1881 bis heute

Amtsrichter Grothe 1881* bis 1901*

Hauptmann Frank 1901* bis 1902*

Christian Witten 1902 bis 1933

Günter Thiede 1933** bis 1936**

Günter Thiede, Amtswehrführer 1934** bis 1936**

Ernst Behsen, Amtswehrführer 1936** bis 1945**

Carl Stapelfeld, Löschzugführer 1936** bis 1945**

Otto Albrecht 1945 bis 1954

Harry Witten 1954 bis 1961

Erwin Mehs 1961 bis 1968

Hans Albrecht 1968 bis 1971

Kurt Behrend 1971 bis 1982

Erich Köster 1982*** bis 1998

Clemens Tismer seit 1998

*Amtsrichter Grothe ist der Gründer der Feuerwehr Trittau, gem. Protokollbuch (geführt seit 1897) ist Hauptmann Frank erstmalig als Leiter der FF Trittau benannt.

** In den Jahren der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde das Feuerwehrwesen umge-
stellt. Die Freiwilligen Feuerwehren wurden „aufgelöst“ und als Feuerlöschpolizei beschrieben und dem Innenministerium unterstellt. In diesen Jahren erfolgte die tatsächliche Führung der Feuerwehren durch den Amtswehrführer, zur Amtsfeuerwehr Trittau gehörten die Löschzüge Trittau, Grande, Rausdorf, Hamfelde/St. und Köthel/St. In Trittau war der Löschzug I der Amtsfeuerwehr. Die Löschzüge wurden vom Löschzugführer geleitet, wobei der Zugführer damals „mehr“ Befugnisse hatte als heute, dennoch nicht eine vergleichbare Position wie ein Wehrführer.

***Ab 1980/ 1981 leitete der damalige stellvertretende Wehrführer Erich Köster bis zu seiner
Wahl als Wehrführer in 1982 kommissarisch die Feuerwehr, da der damalige Wehrführer schwer erkrankt war.

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